Ich bin gefühlsmaßig völlig aufgemischt. Heute morgen in der Ki-Ta habe ich ein sehr langers und ausführliches Gespräch mit der Gruppenleitung geführt und musste erfahren, dass sich mein großes Dickkopf gerne völlig ausgrenzt. Er hat dort sowieso nur einen Freund und auch der zieht sich nun wohl zurück und spielt bevorzugt mit einem anderen Jungen. Da brichts einem schonmal das Mütterliche Herz. Warum?Man hofft immer dass man ein „normales“ Kind hat, mit sozialen Kontakten, unauffällig und fröhlich und, naja irgendwie angepaßt halt. Nun ist dieses Kind ganz anders. Er „paßt nicht“ und er will auch gar nicht passen. Er sucht die Konfrontation in jeder sich bietenden Gelegenheit. Sie hat mir angeboten einige Spezialangebote mit und für ihn zu machen, aber damit sondert er sich natürlich immer mehr ab. Der Kontakt zu gleichaltrigen fällt ihm schwer und er spielt lieber für sich alleine und ist dabei glücklich. Nur ich kann das irgendwie nicht akzepieren. Liegt die Blockade möglicherweise bei mir und nirgends sonst? Ich habe ein so schweres Mutterherz im Moment das noch nichtmal die Tränen ihren Weg finden, dabei wäre das wirklich erleichternd. Ich rede sonst gern und viel über alle meine Sorgen und Nöte, aber bei diesem Thema ist das so schwierig. Man steht so schnell als übermutter da, als Zicke die meint ihr Kind sei besonders und besser und toller als die anderen Kinder. Und genau das will ich doch gar nicht. Ich möchte ein ganz normales Mäuschen das sich natürlich auch mal selbst im Weg stehen darf, das sich aber in seiner Welt wohl fühlt. Genau das sehe ich beim großen Dickkopf gar nicht. ich bin wie gelähmt, vorallem nachdem ich erfahren habe dass er so „Freundlos“ durch sein kleines Leben geht und das es ihm nichts auszumachen scheint. Er spielt nicht mit anderen und wenn doch, geht er hin und zerstört deren gebautes, gebasteltes, gebuddeltes. Sind die Grenzen nicht stark genug die er bekommt? Bekommt er zuwenig Aufmerksamkeit und Liebe? Ich weiß es nicht. Er ist zur Zeit ein großes Rätsel und ich habe kein Lösungsbuch.
By nevigeser
07/01/2008 um 17:56 |
Ich umarme Dich.
Und der gosse Dickkopf hat eine Freundin. Eine ganz dicke sogar. Und mit ihr spielt er sehr gern (Und das bleibt verflixt nochmal auch so). Und streitet er sehr gern. Und lieben tut er sie sowiso. Genau wie die kleine Freundin das auch tut, den grossen Dickkopf lieben.
07/03/2008 um 19:04 |
Mein großer Dickkopf ist jetzt 15 Jahre alt. Deine Zeilen hätten noch vor einigen Jahren von mir kommen können. Mein Kind1 wollte nicht mit anderen Kindern spielen, kein Bedarf. Im Kindergartenalter ging es noch. Aber ab dem Moment wo sie lesen konnte, hat sie nichts anderes mehr gemacht. Sie hat sich in ihren Büchern vergraben und hatte keinerlei Kontakte nach aussen…
Ich war so verzweifelt – Jahrelang. Mein Kind war einfach anders, als andere und ich suchte den Fehler, wie Du bei mir selbst.
Weisste was? Ich bin auch anders, als andere und ich war genauso eine Leseratte wie meine Große. Ich war und bin gerne mit mir selbst alleine und sie auch.
Mittlerweile hat sie sich zu einer völlig normalen Teenagerin entwickelt mit wenigen aber guten, festen sozialen Kontakten.
Sie war und ist völlig OK – anders und genau das macht sie so besonders