Gestern ist mir das Herz stehen geblieben. Ich erhielt um ca. 9.30 Uhr einen Anruf unserer Ki-Ta, dass mein Sohn weggelaufen sei. Weg. Total und ganz weg. Sie würden ihn bereits mit drei Leuten suchen, eine Kollegin sei mit dem Auto unterwegs. Während ich still vor mich hin kollabierte und meinen 7 Spielgruppenmüttern gelassen durchs Fenster zulächelte brach ich innerlich auseinander. Dieses Wattegefühl, dieses „Oh so eine verdammte Scheiße!“ Gefühl, dieses „Nein, nicht mein Kind!!!“ Gefühl. Ich habe kaum richtig hingehört was mir die Erzieherin am anderen Ende erzählte, sie bemühte sich mich zu beruhigen – Erfolglos. Ich war einfach nur still. Stand und irgendwie lief alles an mir vorbei, einen Parallelwelt. NAch einigen Minuten beruhigenden erzählens rief mich die Erzieherin durchs Telefon „Frau Nevigeser!? Hören Sie mir zu? Frau Nevigeser? Er wurde gefunden! Der große Dickkopf wurde gefunden!! Hören Sie mir zu, Frau Nevigeser?“ Ich tauchte auf, schnell aber noch nicht erleichtert. „Wo ist er?“ „Die Briefträgerin hat ihn eingesammelt. Er ist anscheinend zu ihnen nach Hause gelaufen. Ist bei Ihnen niemand zu Hause?“ „Nein.“ Auftauchen kann sehr anstrengend sein. Atmen. Dem Herz befehlen `du machst da weiter wo du aufgehört hast!!´, immer wieder den Damen der Spielgruppe die man leitet zuwinken und die Kinder anlächeln – nebenbei der Gedanke „Er ist wieder da. Es ist alles gut.Beruhige Dich!“ Ich bespreche mit der Erzieherin dass wir das Kind nicht abholen sondern ihn ganz normal seinen Ki-Ta Tag verbringen lassen, er soll in seinem Verhalten nicht Positiv verstärkt werden. Ich verstehe das, beruhigt bin ich jedoch immernoch nicht. Spielgruppe wird durchgezogen, fröhlich singen, Kreisspiele machen, 10 Zappelfinger hampeln fröhlich herum … ich will nach Hause. Zu Hause berichte ich meinem Mann was vorgefallen ist, auch er ist in Aufruhr. Seltsam wie sehr man sich sorgen kann obwohl der Dickkopf längst wieder in der Ki-Ta untergebracht ist. Beim Abholen kann ich mich so gar nicht mehr zügeln, mir laufen die Tränen, ich drücke mein Kind an mich. Halte ihn, einfach nur halten. Nicht mehr loslassen. Das war eine meiner schlimmsten Erfahrungen bisher.
(Das Verschwinden des Großen Dickkopfes wurde super schnell bemerkt und leider ist durch die Verwechselung zweier Adressen die auf unserer Karte stehen, nähmlich Tagesmutter und wir, ein Versehen passiert. Sie suchten zuerst an der falschen Stelle, sonst wäre ihnen der Dickkopf gar nicht so weit abgehauen. Die Briefträgerin hat sich anbetungswürdig verhalten und bekam heute erst das gewünschte Glas Wasser und sollte einen Wunsch äußern, den wir natürlich schnellstmöglich erfüllen werden. Alle beteiligten Personen haben sich wunderbar verhalten, und es trifft nur eine Person ein wenig Schuld das er überhaupt die Möglichkeit ergreifen konnte, aber das haben wir gestern geklärt. Ich schreibe dies dazu damit keine falschen Vermutungen angestellt werden
)
06/30/2009 um 18:30 |
Oh.
Mein.
Gott.
Ich hab Schnappatmung nur vom lesen….
Ein Glück ist alles okay.
*puuh*
07/01/2009 um 10:01 |
Puh.mir wär auch ganz schlecht geworden.Zum Glück ist alles gutgegangen.Aber da weiss man wo das Herz sitzt wenn es plötzlich vergisst zu schlagen.